KURSANMELDUNG

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Mo. - Fr. 16.00 - 22.00

Sa. 09.00 - 14.00

Training - SiGePi - Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidigung in Berlin

Trainingsziele

Das Training soll die vier Aspekte und die Philosophie des Pencak Silat vermitteln. Im physischen Bereich werden Gesundheit, Gewandheit, Kraft und Ausdauer gestärkt. Selbstvertrauen, Optimismus, Innere Ruhe und Gelassenheit sind die Trainingsziele im psychischen Bereich. Der Lehrstoff, in jeder acht traditionelle Silat- Stile, umfasst :

  • Gymnastik
  • Atemübungen
  • Ausdauertraining
  • Kata (Solotraining), Schattenboxen
  • Basis eigene Still (Partnerübung)
  • Selbstverteidigungstechniken
  • Freikampf und Turnierkampf
  • Waffentraining

Der Unterricht ist systematisch aufgebaut und kann um so umfangreicher bzw. schneller erteilt werden, je mehr Eigeninitiative von den Schülern ausgeht.

 

 

Prinzipien

Im SiGePi wurden die Techniken verschiedener Kampfsportarten mit den traditionellen Künsten des Pencak Silat kombiniert. Das Ergebnis ist eine Kampfkunst, die auf optimal ausgesuchten Techniken beruht, jedoch nicht an Stil und Eleganz mangeln lässt. Die Verteidigung beruht auf der Kombination von Ausweichen (hindaran) und Block (tangkisan), mit dem Ziel gegnerische Bewegung und Angriffe ins Leere laufen zu lassen oder abzulenken und dabei selber in den Rücken des Gegners zu gelangen. Wichtig ist die sichere Treffervermeidung. Hartes Abblocken der Angriffe wird vermieden, da diese Techniken oft schmerzhaft und nicht ohne weiteres gegen bewaffnete Angriffe übertragbar sind. Angriffe (serangan) beziehen einen Teil ihrer Kraft aus der Bewegung. Daher werden Schläge und Tritte meist von einer Bewegung auf den Gegner zu oder einer Körperwendung begleitet. Statische Angriffstechniken bilden dagegen eher die Ausnahme. Angriff und Verteidigung werden in vielfältiger Weise schon von Anfang an trainiert (Freikampf, Partnerchoreographien, Selbstverteidigung). Wichtig ist dabei stets die korrekte Ausführung der Techniken. D.h. Angriffe müssen mit klarem Ziel und richtigem Abstand ausgeführt werden und auch treffen, sollten sie nicht abgewehrt werden. Entsprechend muss die Verteidigung stets durch Ausweichen in den Rücken des Gegners und korrekte Blocktechniken erfolgen. Angriff und Technik sollten von Anfang an mit hohem Tempo trainiert werden. Lediglich die Pausen zwischen einzelnen Techniken können zu Beginn des Trainings verlängert werden.

Grundtechniken

Beim Silat werden nur selten einzelne Techniken und Bewegungen ausgeführt und trainiert. Stattdessen werden meistens mehrere Tritte, Schläge und Abwehrbewegungen zu Serien kombiniert und geübt. Längere Serien werden in Basen (jurus-dasar) und Solospiele bzw. Katas (solospel) zusammengefasst. Eine Basis besteht aus Techniken für zwei Partner. Die einzelnen Bewegungen einer Seite A finden ihrer entsprechende Gegenbewegung auf der Seite B. Dass heisst, wenn der eine Schüler angreift, führt der andere Schüler eine passende Abwehr durch. Durch das auswendig Lernen der Abfolge, durch abgestimmtes Tempo und Abstand soll der Kampf möglichst realistisch dargestellt werden. Gleichzeitig wird den Schülern dadurch die Logik des Kampfsystems bewußt und die Bewegungen werden für spätere 'richtige' Kämpfe einstudiert. Die kampfnahe Situation bei der Ausführung der Basen, ermöglicht es den Schülern auch schwierige und gefährliche Techniken mit notwendiger Geschwindigkeit zu erlernen. Dies ist besonders für Techniken des Drachen-, Prinzessinnen-, Adler- und Storchenstils wichtig, da diese für den Freikampf zu gefährlich und deshalb verboten sind. Solospiele (Katas) dagegen sind festgelegte Reihenfolgen von Techniken die allein ausgeführt werden. Der Schüler verteidigt sich gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner. Die Katas enthalten sehr viele Bewegungen und Techniken und sollen Kondition und Konzentrationsfähigkeit des Schülers verbessern. Solospiele kommen aus verschiedenen Stilrichtungen. Durch ihr Training soll der Schüler für die Unterschiede von Deckung, Stellung und Techniken der einzelnen Stile sensibilisiert werden.

Selbstverteidigung

Im Anfängertraining werden Selbstverteidigungstechniken als Partnerübung gelehrt, die in standardisierten Situationen angewendet werden können, z.B. wenn der Schüler von hinten gewürgt wird. Diese Techniken sind also Reaktionen auf plötzliche Angriffe, die nicht aus einem vorangehenden Kampfverlauf entspringen. Diese Techniken werden regelmäßig geübt, da sie nur dann zweckmäßig sind, wenn sie reflexartig, d.h. spontan ohne großes Nachdenken, ausgeführt werden können. Einige dieser insgesamt 20 Techniken müssen in der Anfängerprüfung als Partnerübung in eigener Choreographie gezeigt werden. Die Selbstverteidigungstechniken für höhere Grade werden jurus pamungkas oder sukyan genannt. Sie entspringen Freikampfsituationen und sollen in solchen Momenten helfen, wo man von geübten Kämpfern bedroht wird. In der Partnerübung führt ein Schüler als Reaktion auf den letzten Angriff seines Partners eine Kombination von Techniken aus, mit dem Ziel, den Gegner kampfunfähig zu machen. Diese Techniken werden in Griff-, Wurf- und Radikaltechniken unterteilt.

Waffen

Eine große Auswahl an Waffen kann im SiGePi erlernt werden, mindestens vier Waffen sind jedoch Pflicht: Langstock (toya), Kurzschwert/Machete (golok), Kurzstock (ruyung) und Messer (pisau) oder Wanderstock (rangket). Weitere Waffen sind Tonfa, Spazierstock (tongkat lengkung), Langschwert (pedang), Dolch (kris), Saigabeln (cabang), Fächer (kipas), Gürtel/Sarong sowie einige chinesische und japanische Waffen (Ketten, Lanzen, einfaches und doppeltes Nun-Cha-Ku). Die erste Waffe, mit der der Schüler nach der Anfängerprüfung umzugehen lernt, ist der Kampfstab (toya). Er wird mit beiden Händen geführt. In der Toya-Kata, die alle Schüler für die Prüfung zur grünen Schärper lernen müssen, sind kräftige Stöße, schwungvolle Schläge sowie Abwehr- und Ausweichtechniken, insgesamt 43 Techniken, zusammengefasst. Die zweite Waffe, die der Schüler für die Prüfung zur blauen Schärpe zu handhaben lernt, ist das Haumesser (golok). In der Golok-Kata wird das Schwert rechts, links und beidhändig gehalten, und sowohl mit der Schneide, als auch mit der Spitze, dem Rücken und dem Griff, werden Stöße, Hiebe und Schnittbewegungen ausgeführt. Die runden und geschwungenen Bewegungen, insgesamt 66 Techniken, machen diese Kata sehr harmonisch. Für die Prüfung zur braunen Schärpe müssen drei Partnerübungen mit Waffen, jeweils 6-9 Angriffs- und Verteidigungsserien, vorgeführt werden. Als Waffen stehen hier neben dem Kampfstab zwei Kurzstöcker (sepasang ruyung), das Messer (pisau) oder der Wanderstock (rangket) zur Verfügung, aus denen drei Waffen gewählt werden müssen. Das Erlernen von Waffentechniken erfolgt aus drei Gründen: Zur Selbstverteidigung auf der Straße, allerdings nicht in dem Sinne, dass der Schüler Waffen mit sich führt, sondern dass er sich im Falle eines bewaffneten Angriffes zu verteidigen weiß und nicht verschreckt und ängstlich aufgeben muss. Mitunter lassen sich auch Gebrauchsgegenstände (z.B. Jacken, Seile, Taschen, Schirm) oder Stöcke gegen solche Angriffe oder gegen mehrere Angreifer einsetzen. Der Kunst halber; mit den Waffen wird weniger direkt gekämpft als vielmehr mit ihnen gespielt. Aus sportlichen Gründen und zur Abwechslung. Die Waffentechniken werden zunächst als Einzelübung (Solospiel) geübt, um mit der Waffe vertraut zu werden und die nötigen Muskeln zu trainieren. Mit fortgeschrittenen Schülern wird dann mit den Waffen eine Partnerübung (Basis) einstudiert. Der Freikampf mit Waffen erfolgt erst ab den Lehrergraden.

Freikampf

Der Freikampf (tarung bebas) schließlich dient dazu die erlernten Bewegungen und Techniken auch in einer Kampfsituation einzusetzen und die Reflexe zu schulen. Die Partner vereinbaren vor dem Kampf Härte, Geschwindidkeit und erlaubte Trefferregionen und Techniken. Es wird bis auf einen Tiefschutz ohne Protektoren gekämpft. Neben der Schulung der einzelnen Techniken erlernen die Schüler im Freikampf auch die richtige Distanz für ihre Angriffe. Ziel des Freikampfes im Training ist in erster Linie das korrekte Abwehren der gegnerischen Angriffe und weniger das Treffen des Gegners. Wichtige Aspekte des Freikampfes sind :

  • Vielfalt der Techniken
  • Kombinationen von mindestens 3 Techniken
  • Schönheit der Bewegungen

Im Turnierkampf (tanding) darf nur gegen den Oberkörper, die Oberarme und die Oberschenkel geschlagen oder getreten werden. Punkte zählen aber nur bei Treffern gegen Brust und Bauch. Es wird mit einer halbstarren Schutzweste und einem Tiefschutz über 3 Runden à 2 Minuten gekämpft. Weitere erlaubte Techniken sind Fußfeger und Würfe, nicht jedoch das Halten des Gegners. Eine Besonderheit der Regeln ist wohl, dass mehrfache (auch erfolgreiche) Angriffe in einer Reihe mit der gleichen Technik nur einfach gewertet werden, um die Technikvielfalt zu erhöhen. Außerdem gibt es Extrapunkte für schöne Stellungen und kunstvolle Bewegungen. Starres Beibehalten einer Stellung und Deckung wird mit Punktabzug geahndet!

Ausdauertraining 

Sowohl das Aufwärmtraining, als auch der Freikampf erfordern von den Schülern eine große Ausdauer. Diese sollte neben dem Training auch durch Lauftraining gesteigert werden. Als Teil der Prüfungen für Fortgeschrittene müssen die Schüler einen Lauf auf hügeliger Strecke absolvieren. Die benötigte Zeit geht in die Wertung der Prüfung ein. Die Laufstrecke wächst von 4km um ca. 2km pro Prüfung an. Neben der körperlichen Ausdauer werden jedoch auch mentale Fertigkeiten verstärkt, insbesondere die Konzentrationsfähigkeit (z.B. durch Katas), Selbstbeherrschung (durch Bekämpfung von Zorn, Angst, ...), Durchhaltewillen (bei der Übung fliegende Blätter, daun melayang) u.ä.

Aufwärmübungen

Die Aufwärmübungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Trainings und nehmen einen großen Teil des Trainings ein. Sie sind in verschiedene Teile untergliedert.

Gymnastik

Zu Beginn des Trainings steht ein etwa halbstündiges Gymnastikprogramm, das einerseits für die nötige Ausdauer, Gelenkigkeit, Kraft und Beweglichkeit sorgt, andererseits den Kreislauf in Schwung bringt, alle wichtigen Muskeln wärmt und dehnt, wodurch Verletzungen während des Trainings vermieden werden. Viele Übungen sind dem Yoga entlehnt.

Geschwindigkeits- und Kampfübungen

Nach der Gymnastik werden die wichtigsten, für Wettkampf und Selbstverteidigung grundlegenden Techniken trainiert. Der Schüler lernt Kombinationen von elementaren Angriffs- und Abwehrtechniken richtig, kontrolliert, schnell und kräftig auszuführen. Hierzu dienen Einzel-, Partner- und Pratzenübungen. Haupttraining Je nach Schwerpunkt der Trainingseinheit werden dann Choreographien, verstärkt Freikampf, Waffen oder Selbstverteidigungstechniken geübt.

Kraftübungen

Das Aufwärmprogramm enthält bereits viele Kraftübungen. Dennoch empfehlen sich einige Kraftübungen am Ende des Trainings oder ein gezieltes Krafttraining außerhalb des Trainings.

Kleidung

Die Trainingskleidung besteht aus einer weißen Jacke mit Knopfleiste und dem SiGePi-Symbol an der Brust und einer weiten, weißen Hose. Dazu kommt die Schärpe, je nach Graduierung. Anfänger können zunächst eine weiße Hose und ein weißes T-Shirt tragen. Die Kampf- und Vorführungskleidung ist quasi identisch mit der Trainingskleidung, nur dass die Kleidung aus schwarzem Stoff ist. Dazu wird häufig ein Wickelrock (sarong) getragen.