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Kampfstile des SiGePi - Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidigung in Berlin

SiGePi besteht aus acht traditionellen Stilrichtungen des Pencak Silat

  • Pendeta (Priester)
  • Putri (Prinzessin)
  • Satria (Ritter)
  • Boxer (Boxer)
  • Naga (Drachen)
  • Garuda (Adler)
  • Harimau (Tiger)
  • Kuntul (Storch)

 

Pendeta (Priester)

Kampfkunst, kampfsport und Selbstverteidigung in BerlinIm SiGePi stellt der Priesterstil die Grundtechniken, die auch im Freikampf Anwendung finden. In diesem Stil herrschen Fauststöße und gerade Tritte vor. Ziele der Angriffe sind meistens der Oberkörper oder der Kopf. Vitale Ziele und Gelenke werden nur selten angegriffen, ist doch ein Ziel des Priesters, seinen Gegner kampfunfähig zu machen, ohne ihn ernsthaft zu verletzen oder gar zu töten. Zur mentalen Vorbereitung dieses Stiles gehört eine ruhige, entspannte Grundstimmung. Der Angreifer wird als Unwissender betrachtet, den es auf den Pfad der Tugend zurückzubringen gilt. Der Priester soll vergeben und ein gutes Beispiel für andere darstellen. Techniken und Grundstimmung werden durch tiefe Bauchatmung begleitet. Innere und äußere Kraft stehen beim Priester im Gleichgewicht, mit einer Betonung der inneren Kraft auf die Verteidigung und die Spannung des eigenen Körpers. Der Priester steht immer breit, tief und fest, meistens in der Vorderstellung. Das Gewicht ist gleichmäßig verteilt. Der Oberkörper ist sehr aufrecht und wird gerade gehalten. Die Schultern weisen nach vorne und werden nicht hochgezogen, sondern betont nach unten gedrückt. Bei Kombinationen von Handtechniken ist der Wechsel von offener Hand und geballter Faust auffällig. Typischerweise ist immer eine Hand als Deckung vor der Brust. Wird diese Hand z.B. zum Schlag eingesetzt, übernimmt die andere Hand die Deckung. Bei Vordertritten wird die Faust mit dem Handrücken nach unten an die Hüfte des tretenden Beines herangezogen. Die andere Hand befindet sich offen, mit den Fingern nach oben, über der Faust. Bei Seit- und Sideback-Tritten werden dagegen beide Arme vor den Oberkörper gezogen, die Fäuste sind geballt. Die meisten Techniken werden mit einer knappen Körperwendung in Hüfte und Oberkörper kombiniert.

 

Putri (Prinzessin)

Kampfkunst in BerlinIm SiGePi stellt der Prinzessinnenstil die meisten Selbstverteidigungstechniken, versteckten Angriffe und 'fiesen' Tricks. Die Prinzessin scheint schwächer als ihre Gegner zu sein, kann ihnen aber großen Schaden zufügen, wenn sie sich verteidigen muss. Die Attacken der Prinzessin zielen auf empfindliche Stellen des Gegners (Gelenke, Kehlkopf, Unterleib, Augen) und enden häufig mit Griff- und Schleudertechniken. Die Abwehrtechniken sind so konzipiert, dass sie eine Kontertechnik direkt einleiten. Von der Prinzessin wird nur ein Minimum an äußerer Kraft, dafür aber viel Geschwindigkeit und Präzision gefordert. Die Techniken dieses Stiles sind nicht für den Freikampf bestimmt, sondern haben die Absicht den Gegner auszuschalten. Die Prinzessin ist ihren Gegnern in der Regel körperlich unterlegen und muss diesen Nachteil mit Überraschung, Geschwindigkeit und List ausgleichen. Sie kann es sich daher nicht erlauben, ihren Gegner zu schonen. Dementsprechend gefährlich und grausam sind ihre Techniken. Im krassen Gegensatz zu dem festen Ziel, den Gegner zu besiegen, steht die lockere, entspannte Grundhaltung, die Voraussetzung für die schnellen Techniken und die weichen Zwischenbewegungen ist. Die geringere körperliche Kraft wird durch innere Kraft ausgeglichen. Stellungen und Techniken lassen sich schlecht generalisieren. Eine Gemeinsamkeit vieler Manöver ist jedoch die Deckung von Hals, Gesicht und Haaren mit der dem Gegner abgewandten Hand (Prinzessinnen-Deckung).

 

Satria (Ritter)

Kampfsport in BerlinDer Ritterstil dient im SiGePi zum Training von äußerer Kraft, Ausdauer und Genauigkeit. Tritte und Faustschläge erfolgen häufig nach weiten Sprüngen oder als ausladende, geschwungene Technik, wobei oft Doppelschläge und -tritte in verschiedenen Höhen verwendet werden. Der Platzbedarf der Techniken ist daher größer als bei den meisten anderen Stilen.In der Verteidigung finden sich beim Ritterstil einige harte Blocktechniken, die darauf abzielen, den Gegner an Knochen und Gelenken zu verletzen. Die Stellungen des Ritters sind aufrecht und sollen Zuversicht und Selbstvertrauen ausstrahlen. Trotz der z.T. "machohaften" Techniken geht mit dem Ritterstil eine vernünftige Grundhaltung einher. Entschlossenheit statt Sturheit, Höflichkeit und Witz statt Brutalität und Aggression kennzeichnen die Geisteshaltung des Ritters. Der Ritter hilft den Schwachen, ist ein Streiter für das "Gute" und die Gerechtigkeit. Hierbei helfen ihm seine Fähigkeiten und seine hohe Ausdauer. Der vergleichsweise geringe Einsatz innerer Kraft bei den Rittertechniken sollte nicht über deren Effizienz hinwegtäuschen und nicht den Eindruck erwecken, sie seien leichter zu erlernen und umzusetzen.

 

Boxer (Boxer)

Kampfsport in BerlinDer Boxer-Stil ist ein äußerst kraftvoller und dynamischer Stil mit aufrechter Haltung. Die Angriffe erfolgen mit kurzen Stößen und Schwungschlägen der Faust sowie mit Kniestößen und trotz des minimalen Abstandes zum Gegner hohen Beintechniken. Die Verteidigung erfolgt durch knapp bemessene zurückweichende Bewegungen und blockende Deckung. Dieser Stil erfordert ein hohes Maß an äußerer Kraft und Ausdauer. Er ist im wesentlichen als eine Sammlung von wettkampftauglichen Techniken anzusehen. Innere Kraft und Ruhe helfen dem Boxer mit seinen Kräften zu haushalten. Anspannung, unsinnige Angriffe und übertriebene Ausweichbewegungen dagegen verschwenden Energie. Kembangan dient zum Verwirren des Gegners, und zur Entspannung der Muskulatur.

 

Naga (Drachen)

Selbstverteidigung BerlinDer Drachenstil enthält schwungvolle Handkantenschläge und -blocks, die oftmals ihre Kraft aus Körperdrehung oder Körperwendung beziehen. Neben den gestreckten Tritten (tendang) finden sich beim Drachen auch viele unterschiedliche Kreistritte (sabit). Die Techniken des Drachenstiles eignen sich gut zur Selbstverteidigung, da Hals, Kopf, Gelenke und Unterleib anvisiert werden. Im Freikampf ist der Drachenstil daher verboten. Der Drachenstil stellt den stärksten (mythologischen) Tierstil des SiGePi dar. Alle Techniken sind mit Geschwindigkeit und im Fluss auszuüben. Dennoch ist jede einzelne Aktion durch Kraft und Anspannung gekennzeichnet, allerdings erst im letzten Moment. Zur mentalen Vorbereitung gehört die Vorstellung der gedachten kompletten, fließenden Bewegungsserie im Gegensatz zu einer Kette von Einzelbewegungen. Die Stellungen des Drachens wechseln zwischen hohen und tiefen Haltungen. Die Bewegungen sind entsprechend asiatischer Vorstellung des Drachens schlangenhaft und fließend. Da der Drache selber auch vitale Ziele wie Hals und Unterleib oder Gelenke angreift, sind diese Bereiche, auch bei eigenen Angriffen zu decken.

 

Garuda (Adler)

Kampfsport BerlinDer Adler (garuda) ist einer der mächtigsten Raubvögel des Tierreiches. Im SiGePi stellt der Adlerstil schnelle und kraftvolle Angriffstechniken mit der Handkanten. Auffällig sind die extrem abgespreizten Finger, die den Flügelenden eines Raubvogels im Segelflug nachempfunden sind. Sie dienen dazu, die Hand für den Angriff zu versteifen. Im sehr engen Nahkampf setzt der Alder Ellenbogen- und Knietechniken ein, denen häufig knappe Haltetechniken vorausgehen und Hebeltechniken folgen. Markant sind auch die Blocktechniken mit den Unterarmen und Ellenbogen, die mit knappen seitlichen Ausweich- und Drehbewegungen kombiniert werden und die Deckungsarbeit mit der dem Gegner abgewandten Hand, die den Kopf und Hals vor Angriffen von oben schützt. Angriffsziele des Adlers sind der Nacken, der Solar-Plexus und die Rippen, der Unterleib und der Kopf. Die Handtechniken werden mal schneidend mal punktuell ausgeführt. Die Techniken des Adlers sind im Freikampf nicht gut einsetzbar, da ihre Wirksamkeit das Treffen vitaler Ziele voraussetzt. Im Training dient der Adlerstil dazu, Kraft, Beweglichkeit und Balance zu verbessern. Die weiten, hohen Sprünge des Adlers ermöglichen Angriffe von oben herab, stellen aber hohe Ansprüche an Ausdauer und Sprungkraft des Persilat. In vielen Selbstverteidigungsmodellen (sukyan) tauchen Techniken des Adlers auf. Wie beinahe überall auf der Welt gilt der Adler auch in Indonesien als ein besonders edles oder sogar göttliches Tier. Das Staatswappen Indonesiens ist ein Adler, der ein Spruchband mit der Aufschrift 'Die Einheit in der Vielfalt' (indon. 'bhinneka tunggal ika') trägt. Auf der Brust führt das Wappentier einen Schild mit Wasserbüffel, Baum, Ähren, Kette und Stern. Die Federn des Tieres stellen das Datum der Unabhängigkeitserklärung (17.08.1945) dar: 17 Federn in den Schwingen, 8 Schwanz- und 45 Halsfedern. Im Hinduismus (heute in Indonesien nur noch auf Bali vertreten) ist Garuda das Reittier des Gottes Vishnu. Seine Erzfeinde sind die Nagas (Schlangen/Drachen).

 

Harimau (Tiger)

Selbstverteidigung BerlinDieser Stil ist dem Verhalten des Tigers entlehnt. Der Körper gleicht in seiner Haltung einer geduckten, schleichenden Raubkatze. Die Stellungen sind oftmals sehr tief jedoch von großer Spannung und Beweglichkeit gekennzeichnet. Die Hände sind klauenartig angespannt. Die Beine werden obendrein auch zum Blocken und für Haltetechniken verwendet. Gute Beinarbeit ermöglicht es den Gegner zu Fall zu bringen. Angriff und Verteidigung sind stets durch Einsatz des ganzen Körpers in der Bewegung gekennzeichnet. Ziel des Tigers ist ein schnelles Ende des Kampfes mit maximalem Schaden des Gegners. Angriffe, Konterangriffe und sogar Ausweich- und Blocktechniken sind darauf abgestellt den Gegner zu "strafen". Die Energie ist bei den Techniken des Tigers nicht so fokussiert, sondern aufgrund des Einsatzes des ganzen Körpers verteilt.

 

Kuntul (Storch)

Kampfkunst in BerlinIm Storchenstil sind verschiedene traditionelle Stile des Pencak Silat verschmolzen, z.B. Kranich (meliwis) und Silberreiher (kuntul). Von allen Tierstilen im SiGePi ist der Storch der schwächste. Er muss diesen Nachteil durch hohe Geschwindigkeit ausgleichen und attackiert empfindliche Ziele, wie Augen, Kehle, Jochbein und Gelenke.